Energieaudit – Die Pflicht nicht nur für Großunternehmen

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Energieaudit – Die Pflicht nicht nur für Großunternehmen 2018-04-21T13:00:02+00:00

Was ist ein Energieaudit?

Das Energieaudit ist ein Instrument, was Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz, sowie der Reduzierung von Energiekosten feststellt. Es versucht zu ermitteln, in welchen Bereichen eines Unternehmens wie viel Energie verbraucht wird. So wird sichtbar, wo Einsparpotenziale bestehen. Daher sollte der wirtschaftliche Nutzen eines Audits nicht unterschätzt werden.

Artikel 8 Absatz 4 der Energieeffizienz Richtlinie verpflichtet Mitgliedstaaten sicherzustellen, dass kleine und mittlere Unternehmen seit dem 5. Dezember 2015 unter die Aufsicht des Audits fallen.

Welche Unternehmen sind betroffen?

Alle Unternehmen sind betroffen, die kein kleines oder mittleres Unternehmen selbst darstellen. Das sind mittelständische Unternehmen ab mindestens 250 Mitarbeiter und/oder 50 Mio. Euro Jahresumsatz. Diese sogenannten Nicht-KMU Unternehmen verpflichten sich, ab dem 5. Dezember 2015 alle vier Jahre ein Audit durchzuführen. Freigestellt nach § 8 eines Audits sind Unternehmen, die ein Energiemanagementsystem nach der DIN EN ISO 50001 zertifiziert sind, oder ein validiertes Umweltmanagementsystem gemäß der Verordnung 1221/2009 vorweisen können.

Wie oft muss das Audit durchgeführt werden?

Alle vier Jahre wird in unabhängiger und kostenwirksamer Weise von qualifizierten Experten ein Audit durchgeführt. Dieses ist im Einklang vom innerstaatlichem Recht und wird von unabhängigen Behörden überwacht. Eine novellierte Fassung des Gesetzes trat am 22. April 2015 in Kraft, und verpflichtet auch Nicht-KMU zur Implementierung periodischer Audits. Das Ziel, dass bei allen strategischen Prozessen und Entscheidungen zu berücksichtigen ist, ist die Energieeffizienz kontinuierlich und dauerhaft zu verbessern. Das Audit kann als Grundlage oder Vorstufe eines Energiemanagementsystemes dienen.

Der Energieverbrauch ist die Menge aller eingesetzten Endenergie in einem bestimmten Zeitraum des jeweiligen Unternehmens. Dabei werden alle Energieträger berücksichtigt. Dazu gehören Brennstoffe, Strom, Nah- und Fernwärme, Kraftstoffe und erneuerbare Energien, wie Solarstrom, Wärmerückkopplung oder Windkraft Anlagen. Örtlichkeiten des Unternehmens, Prozesse und Aufwendungen für den Transport müssen berücksichtigt werden. Auch Lager-, Verwaltungs-, Verkaufsräume und andere Räumlichkeiten werden bei der Ermittlung des Gesamtenergieverbrauchs eines Unternehmens in die Rechnung einbezogen, sofern Unternehmen diese Energieträger zum Einsatz bringen. Es besteht auch für Unternehmen, die nur einen geringen Energieverbrauch haben die Pflicht, einen Audit durchzuführen. Sollte ein Unternehmen keinen Energieverbrauch oder Energiekosten aufweisen, muss kein Audit durchführt werden. Gebäude und Räumlichkeiten, die von einem Unternehmen genutzt werden und Energie verbrauchen, unterliegen dagegen der Verpflichtung zur Durchführung eines Audits.

Eigentumsverhältnisse sind unerheblich. Anlagen der Einrichtungen der Heizungs-, Kühl-, Raumluft, der Beleuchtungstechnik sowie der Warmwasserversorgung können unberücksichtigt bleiben, wenn der Energieausweis nach § 18 diese Bereiche vollständig abdeckt. Außerdem müssen diese Bereiche Modernisierungsempfehlungen enthalten. Sollte die aufgewendete Energie mehr als 90% des kompletten Energieverbrauchs des Unternehmens abdecken, fällt dieser trotzdem unter die Anwendung. Als Standorte gelten Areale mit zusammenhängenden Gebäuden, die permanent genutzt werden. Innerhalb eines Ortes kann es mehrere Standorte eines Unternehmens geben, die über eine Region verteilt sind. Bei der Durchführung des Audits nach dem deutschen Gesetz werden Standorte in Deutschland allein berücksichtigt. Aber sich im Ausland befindliche Standorte eines Deutschen Unternehmens können dort einer Energieauditpflicht unterliegen. Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung können als Unternehmen betrachtet werden und einer Durchführung eines Audits verpflichtet werden. Eine definitive organisatorische Selbstständigkeit ist dazu Voraussetzung. Hoheitlich tätige Betriebe unterliegen keiner Energieauditpflicht. Da kommunale Betriebe vollständig in die Gemeindeverwaltung integriert sind, organisatorisch sowie haushalts- und finanzwirtschaftlich, unterliegen sie keinem Audit. Als Eigenbetriebe besitzen sie keine eigenen Organe und haben keinen eigenen Stellenplan. Der Grund einer hinreichenden Selbstständigkeit ist somit nicht gegeben, der sie gegenüber Gebietskörperschaften als Unternehmen im Sinne der Empfehlung der Kommission zur Auditpflicht unterziehen würde.

Wie sind die Anforderungen?

Freigestellt von der Pflicht zur Durchführung eines Audits sind Unternehmen, deren Managementsysteme mindestens 90% des Energieverbrauchs abdecken. Ein Umweltgutachter der Deutschen Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft der Umweltgutachter mbH zertifiziert das Umweltmanagementsystems der Gesellschaft nach EMAS nach der DIN EN ISO 50001. Dieses wird durch akkreditierte oder durch von der DAU zugelassene Umweltgutachter nachgewiesen. Das Merkblatt des Energiedienstleistungsgesetzes beinhaltet jedoch keine Regelungen zur Durchführung eines Zertifizierungsprozesses, die zur Anwendung bei Energie- oder Umweltmanagementsystemen führen würde. Wenn der Staat als öffentliche Hand beziehungsweise Behörden als Träger öffentlicher Gewalt fungieren, fehlt es an einer wirtschaftlichen Tätigkeit. Dieser Fall ist gegeben, wenn es sich bei der Tätigkeit um eine Aufgabe handelt, die eine wesentlichen Aufgaben des Staates ist und dem Ziel dient, geltenden Vorschriften mit diesen Aufgaben zu verbinden. Tätigkeiten, die kein trennbarer Teil von Verpflichtungen einer Behörde sind, fehlt es einer wirtschaftlichen Tätigkeit. Wenn Tätigkeitsbereichen keine Marktmechanismen zugeführt werden können, stellen Tätigkeiten einen untrennbaren Teil der Vorrechte einer Behörde dar. Sie werden vom Staat ausgeübt, aber nicht als wirtschaftliche Tätigkeiten interpretiert.

Wer führt die Prüfungen durch?

Die BAFA ist der juristische Körper, der sich mit stichprobenhaften Überprüfung und Zurverfügungstellung von öffentlichen Listen von Personen beschäftigt. Für Unternehmen ist es förderlich, sich miteinander zu vernetzen, um einen zielgerichteten Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Eine Person, die die Anforderungen des erfüllt, ist zur Ausführung eines Audits berechtigt. Sie muss eine berufliche Qualifizierung, Ausbildung und praktischer Erfahrung verfügen, um zur ordnungsgemäßen Durchführung eines Audits beitragen zu können. Ein Audit ist in unabhängiger Weise durchzuführen.